IOC erkennt Frisbeesport an!

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat heute in St. Petersburg auf einer Sitzung seines Executive Board  beschlossen, den WFDF als internationalen Dachverband für den Frisbeesport anzuerkennen. Die Anerkennung ist vorläufig und zeitlich befristet; noch ist nicht bekannt, welche Auflagen in nächster Zeit erfüllt werden müssen, um eine Anerkennung auf unbestimmte Zeit zu erhalten. Sie ist nicht gleichbedeutend mit einer Aufnahme in das Programm der olympischen Spiele (wie WFDF-Präsident Robert Rauch schon vor einem Jahr ausführlich bei UltiWorld erläutert hat). Außerdem ist der WFDF nicht Mitglied im IOC geworden. Das IOC spricht für Sportverbände nur eine Anerkennung aus.

Es gibt drei Gruppen von vom IOC anerkannten Sportverbänden, die in jeweils einem Sportverband zusammengefasst sind:

  • Association of Summer Olympic International Federations (ASOIF)
  • Association of International Olympic Winter Sports Federations (AIOWF)
  • Association of the IOC Recognised International Sports Federations (ARISF)

Der Frisbeesport müsste also demnächst zur Liste der derzeit 32 ARISF-Sportverbände hinzugefügt werden. Aber vielleicht geschieht dies auch erst nach einer „Probezeit“, denn der Ende 2011 anerkannte Automobilsport-Verband FIA befindet sich nicht in der ARISF-Liste.

Damit findet eine lange und arbeitsreiche Zeit im Vorstand und Exekutivkomitee des WFDF ihren erfolgreichen Abschluss. Im April 2012 übersandte der WFDF die Antworten zu einem umfangreichen Fragenkatalog an das IOC. Im späteren Verlauf des Jahres 2012 erweiterte das IOC diesen Fragenkatalog und organisatorische Voraussetzungen für eine Anerkennung. U.a. hat der WFDF eine Athletenkommission eingerichtet. Vor allem WFDF Generalsekretär Volker Bernardi ist es zu verdanken, dass für die Vielzahl der neu geschaffenen Gremien Interessenten aus aller Welt gefunden wurden. Am 15. März 2013 konnten dann auch die neuen Fragen des IOC in Ergänzung zum Fragenkatalog aus 2012 beantwortet werden. Danach ging es vergleichsweise schnell: Der WFDF-Vorstand wurde am 21. Mai 2013 vom IOC informiert, dass sein Antrag im Rahmen des SportAccord-Kongresses in St. Petersburg Ende Mai auf einer von vielen IOC Exekutiv-Sitzungen zur Abstimmung kommen würde. Es dauerte dann bis zum Ende der Woche, doch das für den WFDF-Vorstand nervenaufreibende Warten hat sich gelohnt!

Es wird erwartet, dass diese Anerkennung neue Türen öffnet: USA Ultimate bemüht sich schon längere Zeit um eine Aufnahme im NOK der USA. Dies ist in den USA aber nur möglich für Sportarten, die das IOC anerkannt hat. Es ist durchaus denkbar, dass auch in anderen Ländern eine NOK-Anerkennung einfacher sein wird. Die Anerkennung kostet den WFDF nichts, nur Arbeit. Aber auch der WFDF hat durch diese Arbeit profitiert, indem er seine Verbandsstrukturen weiter verbessert hat.

[Update] Der WFDF hat eben seine offizielle Pressemitteilung veröffentlicht.

[Update2] Das IOC hat nun auch eine kurze Nachricht über die Anerkennung des WFDF veröffentlicht:

The EB has granted provisional recognition to the World Flying Disc Federation (WFDF) after the International Federation fulfilled all the criteria of the IOC recognition procedure. The EB noted that the WFDF is a rapidly growing Federation with tremendous youth appeal, a strong grounding in Olympic ideals, gender equality and good governance, including WADA compliance. The EB welcomes the Federation into the Olympic family.

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ECBU 2013 sammelt getaggte Beiträge

Die Organisatoren der European Championships of Beach Ultimate 2013 (ECBU 2013) planen, auf der Webseite live.ecbu2013.org möglichst viel „user generated content“ über diese Europameisterschaft zu sammeln. Dazu werden automatisch Webportale wie Facebook, Twitter, Flickr, YouTube, etc. nach neuen Beiträgen durchsucht, in denen das Hashtag #ECBU2013 vorkommt. Autoren können zusätzlich ihre Beiträge mit Länder- und Spielklassen-Hashtags versehen, wie z.B. #ITA für Italien oder #MIX für Mixed. Dadurch kann man auf live.ecbu2013.org nur diejenigen Beiträge sich anzeigen lassen, die sich auf ein bestimmtes Land oder eine bestimme Spielklasse beziehen. Genauere Informationen finden sich auf der Tags-Seite der ECBU.

Dort findet sich auch eine Liste der möglichen Hashtags. Durch die Verwendung von Länderkennungen nach dem ISO 3166-1-Standard stehen hier leider einige Kennungen, die man vielleicht nicht gewohnt ist. Sofort ins Auge sticht #DEU statt #GER, oder auch #CHE statt #SUI für die Schweiz. Wer also z.B. von Sportübertragungen im Fernsehen eher die IOC-Länderkennungen im Kopf hat, wird sich etwas umgewöhnen müssen.

Trotzdem gefällt mir diese Idee der Aggregation von externen Beiträgen sehr gut. Ich bin gespannt, wie vollständig sie sein wird oder ob es wegen der großen Datenmengen, die „abgegrast“ werden müssen, zu Ausfällen oder Lücken kommen wird.

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Befragung zum Thema „Fairplay im Sport“

Via Wurfpost und andere deutschsprachige Verteiler hereingekommen:

Hallo Leute,
Im Rahmen meiner Bachelorarbeit führe ich eine Befragung zum Thema „Fairplay im Sport“ durch.
Inhalt meiner Arbeit ist ein Vergleich der Sportspiele Ultimate und Fußball im Hinblick auf Fairplay. Es wäre sehr freundlich und hilfreich von euch, wenn Ihr euch 5 – 10 Minuten Zeit nehmen würdet und einige Fragen dazu beantworten könntet.  Eure Angaben werden natürlich vertraulich behandelt, anonym ausgewertet und nicht an Dritte weitergegeben.

Zum Starten der Befragung bitte auf folgenden Link klicken:

http://alpha-survey.de/50e961b125f98

P.S.: Schickt diesen Link wenn möglich bitte noch an andere Ultimate-Spieler weiter. Je mehr Leute mitmachen, desto besser.
Vielen Dank für eure Mitarbeit!!!!
Mit besten Grüßen
Patrick Göller

Ich hoffe, wir bekommen auch die Auswertung der Umfrage zu sehen.

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Fundsachen: Lost & Found

Nach jedem größeren (und manchem kleineren) Turnier findet der Veranstalter auf seinem Sportgelände und an den Übernachtungsstellen (Halle, Zeltplatz) Gegenstände, die von vermutlich eiligst abgereisten Teilnehmern zurückgelassen wurden. In der Annahme, dass dies zumeist nicht absichtlich geschehen ist, wurden früher manchmal Listen der Gegenstände erstellt und den Teilnehmern zur Kenntnis zugestellt mit der Möglichkeit, Anspruch auf Verlorenes zu erheben. Mit der Digitalphotographie und kostenlosen Webgalerieangeboten setzt sich durch, einfach alles zu photographieren und ins Netz zu stellen.

So auch nach der Deutschen Ultimate-Meisterschaft 2012 in Frankfurt vom vergangenen Wochenende. Auch wenn in der „Lost&Found-Galerie“ einige Photos doppelt sind, hat man den Eindruck, dass alle gefundenen Gegenstände eine ganze Mannschaft ausstatten könnte. Aber auch etliche Camping-Fans könnten sich mit Stühlen und sogar einem Zelt ausstatten. :-)

Was mich interessieren würde: Wie viele dieser Fundgegenstände finden den Weg zurück zu ihrem Besitzer? Hat da schon jemand positive Erfahrungen gemacht? Oder landet das meiste im Besitz des Turnierdirektors oder der Altkleidersammlung?

Dies schreibt übrigens der DUM-Turnierdirektor zur Lost&Found-Galerie:

Wenn ihr was entdeckt, was euch gehört, so schickt mir eine Mail mit der Nummer des Fotos (Bild X / 62). Ausserdem sind noch ein paar Scheiben übriggeblieben, wer noc eine vermisst, auch melden. Ansonsten kommen Sie in die Aktion „Discs for afrika“. Die Sachen könnt ihr bei der EUCF Ende September in Frankfurt abholen oder abholen lassen. Zur Not schicken wir euch die Sachen unfrei auch zu.

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AUDL am Scheideweg?

Der neueste Versuch, in den USA professionelles Ultimate zu etablieren durch die “The American Ultimate Disc League” (AUDL), wird vielleicht nach dem Abschluss der Liga, bei dem das Team „Philadelphia Spinners“ gegen die „Indianapolis AlleyCats“ gewann, einen empfindlichen Schlag hinnehmen müssen. Der Mitbesitzer der „Indianapolis AlleyCats“, Thom Held, erwägt, aus der AUDL auszusteigen. Wie das Blog ultiworld.com berichtet, will er entweder das Team ganz dem anderen Mitbesitzer, seinem Bruder Tim, übereignen, oder sogar das Team aus der AUDL herausnehmen und eine eigene konkurrierende professionelle Liga gründen.

Als Hauptgrund gibt er an, von der Führung durch den Präsidenten Josh Moore und den Vizepräsidenten Brent Steepe der AUDL enttäuscht zu sein. Sie hätten zu wenig Sponsoren beschafft, so dass die Teams auf Schulden sitzen und diese Saison rote Zahlen schrieben. Eine Änderung sei nicht in Sicht. Dennoch sind die Held-Brüder überzeugt, dass die Etablierung von professionellem Ultimate kommen wird. Sobald stärkere Spieler regelmäßig Teil der Profi-Teams seien, würde das Interesse der Zuschauer steigen.

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UltiSzene: The new kid on the block

Die meisten deutschsprachigen News im Internet zum Thema Frisbeesport oder speziell zum Ultimate findet man im Auftritt des DFV, Dank der rührigen Arbeit des Geschäftsführers Jörg Benner, der nebenbei auch das Blog frisbee-sport.de mit Nachrichten mit lokalem Charakter befüllt. Im englischsprachigen Raum gibt es seit einiger Zeit eine ganze Fülle an Blogs zum Thema Ultimate mit Inhalten, die durchaus auch für deutsche Ultimate-Spieler interessant sind.

Das neueste deutschsprachige Blog UltiSzene hat es sich zum Ziel gesetzt, regelmäßig auf die interessantesten Nachrichten aus dem In- und Ausland zu verweisen:

Uns ist aufgefallen, dass es im deutschen Raum, abseits der offiziellen DFV-Seite, kaum Internetseiten gibt die regelmäßig über Ultimate berichten. Um den Interessierten die Mühe zu ersparen jeden Tag über diverse Ultimateblogs zu surfen, versuchen wir die interessanten Nachrichten rund um Ultimate auf dieser Seite zu bündeln und der deutschen Szene zur Vefügung zu stellen.

Das Blog startete am 24. August und hat auch einen Facebook-Auftritt, auf dem vor allem auf die Blog-Postings verlinkt wird. Das UltiSzene-Team nimmt auch gerne die Hilfe anderer an: Hinweise auf Nachrichten können per E-Mail zugesandt werden. Ich denke, auch die Facebook-Seite könnte noch ein paar „Likes“ vertragen…

Leider habe ich es versäumt nachzufragen, wer hinter „UltiSzene“ steht, aber das werde ich bei Gelegenheit nachholen oder mir gerne hier in den Kommentaren sagen lassen. Alles Gute!

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Vor 20 Jahren: WUGC in Japan

Vor 20 Jahren war es zum ersten Mal soweit: Eine WFDF-Weltmeisterschaft war nach Asien vergeben worden, nach Japan in die Stadt Utsunomiya. Weit weg von den Topp-Mannschaften aus Nordamerika und den vielen Nationalmannschaften in Europa, und für diese teuer zu erreichen. Doch die guten Teams aus Japan, Australien und Neuseeland sollten auch einmal den Genuss einer kurzen Anreise haben. Trotz langer Vorbereitungszeit konnten dann etliche Länder entweder gar keine Mannschaften entsenden oder Teams, deren Spieler nicht alle zu den Topp-Spielern des Landes gehörten. Die WUGC 1992 war aber sehr gut organisiert und gab dem Ultimate-Sport in Japan einen gewaltigen Aufschwung, der sich bis in die heutige Zeit auswirkt.

Morgen beginnt die zweite WFDF-Weltmeisterschaft in Japan, doch hier möchte ich noch einmal den Blick auf 1992 lenken: Das damalige Endspiel der Open-Division Schweden gegen Kanada wurde gefilmt und vor einiger Zeit digitalisiert und auf YouTube hochgeladen. Die Qualität ist „grausig“, aber es lohnt sich dennoch, zumindest einige Szenen anzuschauen. Schweden gewann damals übrigens 21:8. Hoffen wir auf knappere Entscheidungsspiele in diesem Jahr!

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Anwürfe in Zeitlupe

Es sind keine Brodie-Smith-Anwürfe und auch die Bildqualität lässt zu Wünschen übrig, aber dennoch gefallen mir diese Zeitlupenstudien von Anwürfen beim Ultimate-Turnier „Keep Your Mustache“ vom letzten Wochenende.

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ulti.me: Jede Woche die 10 besten Ultimate-News

Lasse Gejl, Webdesigner, Multitalent und Spieler des dänischen Top-Ultimate-Teams Ragnarok, versendet seit Ende April 2012 jede Woche eine Liste der zehn interessantesten News aus dem Ultimate-Sport, die er im Laufe der Woche gesammelt hat. Man kann diese Liste abonnieren auf seiner speziell eingerichteten Website ulti.me. Dort findet man auch in einem Archiv die bisher versandten Listen mit interessanten und kuriosen Nachrichten. Mein bisheriges Fazit: Abonnierenswert!

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WFDF strebt Anerkennung durch das IOC an

In einer Umfrage im Juni 2011 unter seinen Mitgliedsverbänden fand der World Flying Disc Federation (WFDF) heraus, dass 53% seiner Mitglieder dafür sind, die Anerkennung des WFDF durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) anzustreben, weitere 26% fanden sogar, dies sei von hoher bis höchster Priorität. So kann USA Ultimate frühestens dann auf Anerkennung durch das NOK der USA hoffen, wenn der internationale Dachverband die IOC-Anerkennung vorweisen kann.

Für den Flying-Disc-Sport ist die Bewerbung aber auch ein logischer Schritt nach der Aufnahme in der International World Games Association (IWGA) sowie im SportAccord (bis 2009: General Assembly of International Sports Federations, GAISF) in den 1990er Jahren. So hat sich der geschäftsführende Vorstand des WFDF vor Monaten daran gemacht, die Antworten zu einem umfangreichen Fragebogen des IOC zusammenzustellen sowie weitere geforderte Unterlagen bereitzustellen. Diese Arbeiten wurden heute abgeschlossen und vielleicht gibt es bald mehr über die Bewerbung zu berichten…

Aber eines ist klar: Selbst bei einem baldigen positiven Bescheid läge eine mögliche Aufnahme ins Programm der Olympischen Spiele in weiter Ferne.

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