Archiv der Kategorie ‘IWGA‘

Ultimate-Video aus Medellín, Kolumbien

Dienstag, den 8. Dezember 2009

Spätestens seit der WUGC 2008 in Vancouver weiß man auch in Deutschland, dass in Kolumbien Ultimate gespielt wird.  Seit einigen Jahren schon breitet sich der Sport im Land aus und wird u.a. auch in der Millionenstadt Medellín gespielt. Von dort kommt nun ein PR-Video für Ultimate in Kolumbien:

Gedreht wurde es wohl aus Anlass des Turniers “Torneo Eterna Primavera” (TEP) und es könnte sehr hilfreich sein, den Frisbeesport bei den World Games 2013, die in der kolumbianischen Stadt Santiago de Cali stattfinden werden, besser bekannt zu machen.

World Games 2009: Zusammenfassung

Mittwoch, den 12. August 2009

Ich nehme an, dass die meisten Interessierten die Twitterstreams verfolgt haben und der eine oder andere evtl. sogar die Live-Fernsehübetragung im WWW verfolgt hat. Mir war es leider beruflich nicht möglich, so dass ich auf Video-Clips angewiesen bin, die vor allem das US-Team bei YouTube hochgeladen hat (s.u.).

Endplatzierung:

  1. U.S.A.
  2. Japan
  3. Australien
  4. Kanada
  5. Großbritannien
  6. Taiwan

Das Endspiel zwischen den U.S.A. und Japan (auf drei Clips verteilt):

World Games 2009 Eröffnungstag

Donnerstag, den 16. Juli 2009

worldgames live stream windows only :-(Unter diesem Link (scheint nur im Internet Explorer unter Windows zu funktionieren!) kann man derzeit die Eröffnungsfeier der World Games verfolgen und evtl. später auch andere Veranstaltungen. Zunächst muss man ca. 1 min Werbung abspielen lassen, doch dann sieht man die Übertragung in recht guter Qualität. Weitere Hinweise auf Ausstrahlungen im Fernsehen wurden auf der BritDisc Mailing-Liste gesammelt und sind u.a. in diesem Beitrag im Archiv einzusehen.

Update:

Tatsächlich ist unter dem o.g. Link auf der Webseite von HiNet angekündigt, dass morgen Drachenbootrennen, Orientierungslauf, Rhythmische Sportgymnastik und Sumo übertragen werden. Auch das Programm für den 18.7. steht schon dort. Das lässt für Ultimate ab dem 19.7. hoffen…

Unterdessen wurde ich darauf aufmerksam, dass die 100 Teilnehmer der chinesischen Delegation der Eröffnungsfeier fern geblieben sein sollen. Dieser Boykott kommt in einer Phase, in der Taiwan und China sich seit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Ma Ying-jeou vor 14 Monaten eigentlich genähert hatten. Offensichtlich fällt es China immer noch schwer, Taiwan nach seiner Abspaltung in 1949 als eigenständigen Staat anzuerkennen.

Bedauerlich für die Verständigung zwischen den Ländern, doch die meisten Athleten dürfte es beim Genuss des Gefühls unter dem Jubel von 40 000 Zuschauern in ein Stadion einzumarschieren nicht gestört haben:

Lifechanger Tweet

Weiterhin bleibt es schwierig, Informationen von den Athleten vor Ort zu bekommen. Zufällig stieß ich darauf, dass die deutschen Faustball-Teilnehmer, mit denen wir vor vier Jahren in guter Nachbarschaft einiges an Infrastruktur teilten, diesbezüglich recht rührig sind. So kann man im (wirklich) täglich aktualisierten Blog erfahren, dass das Klima bei hohen Temperaturen wirklich sehr feucht ist. Regen am Anfang der Woche erschwerte das Training; am Montag musste es sogar wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden. Heute soll vor der Eröffnungsfeier ein taifunartiger Regen gefallen sein. Wenn das anhält, wird es auch die Ultimate-Spiele beinträchtigen. Ich weiß noch aus Japan in 2001, dass die hohe Luftfeuchtigkeit ein großes Problem für die westlichen Teams war. Mal schauen, wie die Kommentare dieses Mal ausfallen.

Letzte Nacht wurde nun auch die Webseite mit den Wettkampfresultaten freigeschaltet. Ab morgen ca. 4 Uhr unserer Zeit können wir sehen, wie aktuell diese Seiten sein werden.

Update 2:

Photos vom Team U.S.A. auf Flickr. Und noch mehr auf Flickr, wenn man nach “worldgames” sucht.

A pass from 2005 :-)

A pass from 2005 :-)

Update 3:

In Kaohsiung scheint jemand ziemlich wenig Schlaf zu bekommen: Nun hat Team U.S.A. einen neuen Tagesbericht geschrieben und auch ein erstes Video veröffentlicht:

In zwei Tagen dürften die Berichte weniger touristisch sein und mehr vom Sport handeln :-)

World Games 2009

Donnerstag, den 16. Juli 2009

In 1989 fanden die 3. World Games – damals noch die Spiele der nicht-olympischen Sportarten genannt – in Karlsruhe statt und erstmals in diesem Rahmen wurden an einem Nachmittag verschiedene Frisbeesportarten vorgeführt: Ultimate, Disc Golf, Weitwurf und Freestyle. Besonders praktisch war es, dass zwei Tage nach dieser Vorführung die erste Club-Weltmeisterschaft im Ultimate in Köln begann. Dadurch war es möglich, viele gute ausländische Frisbeespieler zuvor nach Karlsruhe zu bringen.

Unter anderem kam auch Fumio Morooka aus Japan, ein Sport-Professor an einer Tokioter Universität und Funktionär im Japanischen Frisbeesport-Verband. Bei diesem Besuch fasste er den Entschluss, den Frisbeesport als offizielle Sportart bei den World Games zu etablieren.

Nach weniger als zehn Jahren war es soweit: Durch seine beharrlichen Anfragen und Anträge an die International World Games Association (IWGA) gelang es ihm mit Unterstützung des WFDF, die Aufnahme der Sportarten “Flying Disc” in den Bereich der Medaillensportarten bei World Games zu erreichen.

In 2001 waren Ultimate und Disc Golf offizielle Medaillensportarten bei den 6. World Games in Akita, in 2005 leider nur noch Ultimate bei den 7. World Games in Duisburg. Nach meinem Engagment in 1989 in Karlsruhe war ich auch in 2001 und 2005 dabei bzw. organisatorisch tätig. Daher habe ich – auch wenn Deutschland sich dieses Jahr nicht für die Teilnahme qualifizieren konnte – ein großes Interesse an den Geschehen bei den 8. World Games in Kaohsiung, Taiwan, die heute um 13:30 Uhr deutscher Zeit eröffnet werden.

World Games Kaohsiung 2009Ultimate wird an drei Tagen vom 19.7. bis 21.7. gespielt werden. Qualifiziert haben sich die U.S.A., Kanada, Australien, Japan, Großbritannien und Taiwan (als Ausrichter gesetzt). Gespielt wird in der Mixed-Klasse. Nachdem in Akita nur 10 Spieler je Team und in Duisburg nur 11 Spieler je Team erlaubt waren, konnte nun der IWGA abgerungen werden, immerhin 13 Spieler je Team zuzulassen, und damit erstmals mit 7 Feldspielern zu spielen.

Von folgenden Teams konnte ich Webseiten mit näheren Informationen finden:

Der Spielplan ist wie folgt (Taiwan ist uns in Deutschland 6 Stunden voraus):

19. Juli 2009
8:30 Canada v UK
10:00 Japan v Chinese Taipei
11:30 United States v Australia
16:10 Japan v UK
17:40 Australia v Chinese Taipei
19:10 Canada v United States

20. Juli 2009
8:30 Australia v UK
10:00 United States v Chinese Taipei
11:30 Canada v Japan
16:10 United States v UK
17:40 Canada v Chinese Taipei
19:10p Japan v Australia

21. Juli 2009
8:30 UK v Chinese Taipei
10:00 Canada v Australia
11:30 United States v Japan
16:10 5th/6th place game
17:40 Bronze Medal Round
19:10p Gold Medal Round

20:40 Siegerehrung

Bislang sieht es so aus, als ob der Twitter-Account des US-Teams die aktuellesten Ergebnisse liefern könnte. Noch könnte aber der WFDF – ähnlich wie 2005 in Duisburg oder letztes Jahr auf der WM in Vancouver – auf seiner Webseite Ergebnisse nach jedem Punkt liefern. Noch völlig unklar ist, wie der Ergebnisdienst auf den offiziellen Webseiten der World Games sein wird.

World Games 2013: Duisburg und Düsseldorf ziehen Zusage zurück

Mittwoch, den 10. Dezember 2008

Aufgrund der angespannten finanziellen Situation der Stadt Duisburg hat der Stadtrat am 8. Dezember 2008 entschieden, die am 28. Februar 2008 gemachte Zusage zur Ausrichtung der 9. World Games 2013 zurückzuziehen. Dies teilt die International World Games Association (IWGA) in ihrem Newsletter vom 10. Dezember 2008 mit.

Der Ausrichter-Partner Düsseldorf, der die Kooperation der beiden Städte unter dem Aspekt der regionalen Entwicklung betrieben hatte, sieht sich außerstande, die Veranstaltung alleine durchzuführen und hat daher der IWGA am 9. Dezember 2008 ebenfalls abgesagt.

Die IWGA hat bereits heute mit der Suche nach einem neuen Ausrichter für die World Games 2013 begonnen. Angesichts der weltweiten Finanzkrise dürfte dies sehr schwierig werden, auch wenn durch den Verzicht auf den Bau neuer Sportstätten diese Spiele deutlich preiswerter auszurichten sind als z. B. eine Olympiade.

Für die deutschen nicht-olympischen Sportarten ist dies ein Rückschlag, in jedem Fall aber für den deutschen Frisbeesport. So hatte man beim DFV die Hoffnung gehegt, nachdem die Qualifikation für 2009 nicht gelungen war, in 2013 durch das Heimstartrecht wieder teilnehmen zu können. Die World Games 2005 in Duisburg hatten bereits zu einer Erhöhung des Bekanntheitsgrads und zu einer Annäherung an andere deutsche Sportstrukturen geführt und darauf hätte man in 2013 sehr gut aufbauen können.

Die “Sport-Bild” und der Frisbeesport

Samstag, den 1. November 2008

Keine Ahnung, ob der Frisbeesport bereits einmal in der “Sport-Bild” thematisiert wurde. Aber vor ein paar Wochen wurde der DFV von einem Sport-Bild-Redakteur angeschrieben mit der Bitte um Informationen über den Verband und vor allem über die EUCF 2008. Aus Anlass dieses wichtigsten Ultimate-Turniers Europas in 2008 sollte ein Artikel erscheinen. DFV-Geschäftsführer und -Pressesprecher Jörg Benner beantwortete alle Fragen ausführlich. Am vergangenen Mittwoch war es soweit: In Ausgabe Nr. 44 vom 29. Oktober 2008 erschien auf Seite 49 in der Rubrik “Sport-Mix” ein magerer 17-Zeiler zusammen mit dem DFV-Logo. Medien-Profi Jörg Benner kann trotz Enttäuschung der Publikation noch etwas abgewinnen: Immerhin steht das DFV-Logo in dem Heft mit einer Auflage von 480.000 Exemplaren (mal 2,3 Leser ergibt, 1.104.000 Leser). Und wer weiß, vielleicht interessiert sich dafür das Fernsehen an diesem Wochenende etwas mehr für den Frisbeesport. Jedenfalls habe ich gehört, dass es sich lohnen soll, am Samstag Abend einzuschalten…

Ein Gutes fand ich noch in der “Sport-Bild”: Da ARD und ZDF in 2009 nicht live von der Tour de France berichten werden, schlug die “Deutsche Faustball-Liga” den Sendern in einem offenen Brief vor, statt über Radfahren in 2009 doch lieber von den World Games in Chinesisch Taipeh (IOC-Sprech für Taiwan) zu berichten. Das ist sehr nett von unseren Sportplatz-Nachbarn bei den World Games 2005 in Duisburg und eigentlich sollte man sich der Bitte anschließen. Immerhin könnten wir so auch etwas über das Ultimate-Turnier bei den World Games erfahren (vom 19.7. bis 21.7.2009 in Kaohsiung), auch wenn Deutschland nächstes Jahr erstmals nicht dabei sein wird. Doch nach einer inzwischen veröffentlichten Einschätzung des DTB-Präsidenten Brechtken sollte man sich darauf besser keine großen Hoffnungen machen.

Jacques Rogge äußert sich zum Frisbeesport

Mittwoch, den 26. Dezember 2007

In einem Interview mit der Zeitung “Die Welt“, das seit dem 24.12.2007 online ist, wurde Jacques Rogge, amtierender Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), u.a. gefragt, ob die Sportarten der Olympischen Spiele noch zeitgemäß seien. In seiner Antwort erwähnt er, dass von 1988 bis 2000 sieben (vermutlich “zeitgemäße”) Sportarten im Olympischen Programm aufgenommen wurden, aber keine aussortiert. Das jetzige System der Spiele würde es erlauben, noch zwei weitere Sportarten aufzunehmen, doch müsse man die nachhaltige Entwicklung solcher Sportarten überprüfen. Und dann fällt der Satz, vermutlich als Beispiel für eine Sportart mit nicht-nachhaltiger Entwicklung gedacht:

Als ich jung war, kam Frisbee ganz groß in Mode. Aber ebenso schnell war es wieder weg.

Jacques Rogge ist nach allem, was ich über ihn weiß und erlebt habe, nicht der abgehobene Funktionär, der keine Ahnung mehr hat, was in der Welt des Sports passiert. Ich versuche daher nachzuvollziehen, wie er zu dieser Einschätzung kommt.

Rogge ist 1942 geboren. Er hat für die belgische Rugby-Nationalmannschaft gespielt und in den Jahren 1968, 1972 und 1976 als Segler an Olympischen Spielen teilgenommen. Ende der Sechziger Jahre wird in den USA die International Frisbee-disc Association (IFA) gegründet, die in den Siebzigern nach Aussage des Gründers Ed Headrick bis zu 112 000 Mitglieder hatte. Headrick war es auch, der mit Werbegeldern des Scheibenherstellers Wham-O das Stadion Rose Bowl in Pasadena, Kalifornien, mietete, um dort zunächst Werbefilme für die Frisbeescheibe und später die ersten Frisbee-Weltmeisterschaften (WFC) auszurichten. Diese WFCs zogen in den Siebzigern nach offiziellen Angaben bis zu 50 000 Zuschauer an. Das müsste in etwa die Zeit sein, in der Rogge sich als “jung” sah (er war damals Mitte 30) und der Frisbeesport häufig in den Medien präsent war.

Ich bewerte diesen Boom der Siebziger aber anders als Rogge. Denn er war stark subventioniert, ja sogar angeschoben, durch die Firma Wham-O, die durch Marketing-Maßnahmen höhere Absätze erzielen wollte. Die International Frisbee-disc Association sollte dem Sport eine unabhängige Legitimation geben, war aber nicht vergleichbar mit eingetragenen Verbänden wie heute z. B. der WFDF. Auf Dauer kann solch ein durch die Medien angefachter Hype nicht anhalten und als Wham-O sich zurückzog, schwand auch die Präsenz des Sports.

Seit den Achtzigern, als viele nationale Verbände und in 1984 der WFDF gegründet wurde, befindet sich die Entwicklung des Frisbeesports fast ausschließlich in der Hand von Aktiven. Ohne die Werbegelder großer Firmen dauert es natürlich länger, bis der Sport wieder regelmäßige Präsenz in den Medien findet. In den Neunzigern wurde die Aufnahme des WFDF beim Dachverband der internationalen Sportverbände GAISF erreicht und kurz darauf beim Verband der World Games IWGA.

In 2005 bekam Jacques Rogge anlässlich der Eröffnungsfeier zu den World Games in Duisburg vom DFV-Präsidenten Dr. Volker Schlechter die offizielle Spielscheibe dieser World Games überreicht. Wie mir kolportiert wurde, soll seine Frau die Scheibe begeistert an sich genommen haben. Bei Herrn Rogge aber muss der WFDF offensichtlich noch weitere Lobby-Arbeit aufwenden.

World Games 2005 Scheibenaufdruck